Unsere Sportwissenschaftlerin Barbara Rieger ist 2026 bei der IRONMAN-Weltmeisterschaft auf Hawaii gestartet: 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen in Hitze und Wind. Für das Rennen in Kona hatte sie sich im August mit dem Altersklassensieg beim IRONMAN Leeds qualifiziert. Kona war nach Roth und Leeds bereits ihre dritte Langdistanz in dieser Saison.
Der Start: dankbar, überhaupt dabei zu sein
„Zunächst bin ich unglaublich dankbar, dass ich überhaupt an der Startlinie stehen konnte. Nur wenige Tage vor dem Rennen hatte ich mir eine Erkältung eingefangen und war mir zwischenzeitlich nicht sicher, ob ich starten könnte. Zum Glück wurde ich rechtzeitig wieder gesund!“
3,8 km Schwimmen
„Leider langsamer als erwartet. Meine Schwimmlinie war nicht optimal und der Wellengang etwas stärker, aber das allein erklärt die Zeit nicht. Also geht es diesen Winter zurück ins Becken.“
180 km Radfahren
„Mit meiner Radleistung war ich zufrieden. Aufgrund der Erkältung wollte ich bewusst nicht zu viel riskieren. Zudem lag mein Hauptaugenmerk auf der Kühlung. Die Hitze hatte mir in den vergangenen Jahren auf Hawaii immer wieder große Probleme bereitet. An jeder Verpflegungsstation habe ich mir mindestens eine Flasche Wasser über Kopf und Körper geschüttet. Auf den letzten 40 Kilometern zurück nach Kona kam noch kräftiger Gegenwind dazu. Trotzdem versuchte ich, ruhig zu bleiben und meine Kräfte für den Marathon einzuteilen.“
42,2 km Laufen
„Der Marathon war meine größte Sorge. Umso schöner war es, dass ich diesmal ohne größere Probleme laufen konnte und sogar Spaß dabei hatte! Mit konsequenter Kühlung mit viel Eis an jeder Verpflegungsstation kam ich diesmal gut mit der Hitze zurecht. In der zweiten Hälfte wurde ich langsamer, aber damit war ich völlig im Reinen.
Insgesamt bin ich überglücklich mit meinem Rennen.“
Aus sportmedizinischer Sicht: Hitze und Infekt
Barbaras Rennen zeigt zwei Themen, die viele Ausdauersportler kennen:
Hitze: Bei hohen Temperaturen muss das Herz-Kreislauf-System doppelt arbeiten. Es versorgt die Muskulatur und gibt gleichzeitig Wärme über die Haut ab. Die Herzfrequenz steigt bei gleicher Leistung. Konsequente Kühlung mit Wasser und Eis sowie ein kontrolliertes Tempo helfen, die Leistungsfähigkeit zu erhalten.
Wettkampf nach einem Infekt: Bei Fieber, Gliederschmerzen oder allgemeinem Krankheitsgefühl ist intensive Belastung tabu, weil Viren auch den Herzmuskel befallen können. Starten sollten Sie nur, wenn Sie vollständig beschwerdefrei sind. Bei Brustschmerzen, Herzstolpern oder ungewohnter Atemnot lassen Sie sich vorher ärztlich untersuchen.
Herzlichen Glückwunsch
Drei Langdistanzen in einer Saison – das ganze Team gratuliert Barbara herzlich zu dieser beeindruckenden Leistung. Wie wir sie kennen, war es nicht ihr letztes Mal auf Hawaii.
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