Viele Menschen suchen nach außergewöhnlichen Lösungen, wenn es um Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit geht. Aus sportkardiologischer Sicht liegen die wesentlichen Einflussfaktoren jedoch häufig in einfach messbaren, wissenschaftlich gut belegten Parametern, die im Alltag leicht unterschätzt werden, obwohl sie ein präzises Bild der Herzgesundheit und der körperlichen Belastbarkeit vermitteln.
Diese Zusammenhänge hat Prof. Dr. med. Axel Preßler kürzlich auch in einem Interview mit dem Tagesspiegel erläutert und dabei die Bedeutung grundlegender Gesundheitsmarker hervorgehoben. Diese objektiven Belastungs- und Funktionsparameter ermöglichen eine differenzierte Beurteilung der kardiovaskulären Leistungsfähigkeit und bilden eine verlässliche Grundlage für medizinische Beratung und Trainingssteuerung.
Im Folgenden stellen wir Ihnen drei dieser essenziellen Marker vor.
Ruhepuls: Ein Fenster in die Effizienz des Herzens
Der Ruhepuls ist einer der unmittelbarsten Indikatoren für die Belastbarkeit des Herz-Kreislauf-Systems. Er zeigt, wie ökonomisch das Herz arbeitet und wie gut vegetative Regulation und Training zusammenspielen.
Dr. Preßler beschreibt es präzise: „Je niedriger [die Ruheherzfrequenz], desto weniger muss unser Herz arbeiten. Auch zeigt dies meist eine gute Fitness an.“
Ein niedriger Ruhepuls gilt dabei nicht als Warnsignal, solange keine Beschwerden wie Schwindel oder Kreislaufprobleme auftreten. Vielmehr deutet er auf ein effizient arbeitendes Herz hin, ein zentraler Marker, besonders für sportlich aktive Menschen.
VO₂max: Der Goldstandard der leistungsbezogenen Diagnostik
Die VO₂max ist einer der zentralen Parameter der Sport- und Präventionsmedizin. Sie beschreibt die maximale Menge an Sauerstoff, die der Körper unter Belastung aufnehmen und verwerten kann und damit, wie effizient Herz, Lunge und Muskulatur zusammenarbeiten.
Dr. Preßler erläutert: „Der Wert gibt die maximale Menge an Sauerstoff an, die unser Körper über Lunge und Herz aufnehmen und in der Muskulatur zur Energiegewinnung einsetzen kann.“
Eine hohe VO₂max gilt als starker Prädiktor für kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und langfristige Gesundheit. In der sportkardiologischen Diagnostik ermöglicht sie eine präzise Trainingssteuerung und liefert Hinweise auf potenzielle Herz-Kreislauf-Risiken.
Da sich die VO₂max, anders als genetische Faktoren, gezielt durch strukturiertes Ausdauertraining verbessern lässt, zählt sie für sportlich aktive zu den wichtigsten objektiven Werten, um das Training nachhaltig zu optimieren.
Griffkraft: Ein funktioneller Marker für muskuläre Gesundheit
Die Griffkraft ist ein gut validierter Indikator für funktionelle Muskelkraft und die allgemeine körperliche Belastbarkeit. Sie lässt sich mithilfe eines Handdynamometers innerhalb weniger Sekunden zuverlässig messen.
Dr. Preßler beschreibt sie so: „Sie drückt die Kraft der Hand- und Unterarmmuskulatur aus, die beim Schließen der Hand gegen einen Widerstand aufgebracht werden kann.“
Eine reduzierte Griffkraft wird in Studien mit geringerer muskulärer Leistungsfähigkeit, erhöhtem Risiko für spätere Gebrechlichkeit und eingeschränkter Belastbarkeit in Verbindung gebracht. Für sportlich aktive Menschen liefert sie wertvolle Hinweise auf den funktionellen Kraftstatus, mögliche muskuläre Dysbalancen und den Trainingsfortschritt.
In der sportkardiologischen Diagnostik ergänzt die Griffkraft somit leistungsbezogene Parameter und trägt zu einer umfassenden Einschätzung der körperlichen Fitness bei.
Fazit
Effektive Gesundheitsprävention muss nicht aus komplexen Maßnahmen bestehen. Häufig wirken einfach strukturierte, konsequent umgesetzte Routinen am stärksten.
Gesundheit entsteht durch das Verstehen und regelmäßige Anwenden einfacher, gut belegter Grundlagen. Die hier vorgestellten Gesundheitsmarker sind leicht messbar, präzise interpretierbar und teilweise gezielt beeinflussbar.
Wer seine Werte kennt, versteht besser, wie der eigene Körper funktioniert und kann aktiv daran arbeiten, leistungsfähig, belastbar und langfristig gesund zu bleiben.
Den vollständigen Artikel mit weiteren Gesundheitsmarkern finden Sie im Tagesspiegel.
Leistungen in unserer sportkardiologischen Praxis
Sie haben Interesse an einer Messung der VO₂max (Spiroergometrie) und Griffkraft sowie an einer individuell auf Sie abgestimmten Beurteilung Ihrer Leistungsdaten?
Die VO₂max Messung ist Teil unserer umfassenden sportkardiologischen Vorsorgeprogramme. Die Griffkraftmessung ist ebenso ein regulärer Bestandteil unserer Check-ups und wird in aller Regel von den privaten Krankenversicherungen übernommen. In unserer Praxis begleiten wir Sie auch dabei, Ihre VO₂max zu verbessern – individuell abgestimmt auf Ihre Ziele, egal ob Sie Ihre sportliche Leistung steigern oder Ihre Gesundheit langfristig sichern möchten.
