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Laktattest – was ist Laktat und wie hilft die Laktatmessung bei der Trainingssteuerung?

Laktat, Schwellen, Trainingszonen, Übersäuerung – diese Begriffe tauchen im Ausdauertraining immer wieder auf. Doch was steckt wirklich dahinter? Was ist Laktat genau – und warum eignet sich ein Laktattest so gut, um Training gezielt und individuell zu steuern?

Laktattest Sportkardiologie Muenchen

Was ist eigentlich Laktat?

Laktat ist ein Stoff, der ganz natürlich im menschlichen Körper vorkommt. Er entsteht insbesondere in der Muskulatur während der Energiegewinnung – und zwar nicht nur bei intensiver Belastung, sondern auch bereits in Ruhe.

Wichtig dabei: Laktat ist kein Abfallprodukt, sondern ein Zwischenprodukt des Energiestoffwechsels.
Bei Bewegung entsteht Laktat – wird aber gleichzeitig auch wieder abgebaut. Entscheidend ist daher nicht, ob Laktat entsteht, sondern wie viel produziert wird und wie gut der Körper in der Lage ist, es wiederzuverwerten.
 

Wie funktioniert ein Laktattest bzw. eine Laktatmessung?

Um die Laktatkonzentration im Blut zu bestimmen, wird im Rahmen eines stufenförmigen Belastungstests ein kleiner Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen entnommen. Die Laktatmessung erfolgt in Ruhe sowie nach jeder Belastungsstufe.

Setzt man die gemessenen Laktatwerte in Beziehung zur Leistung (z. B. Watt oder Geschwindigkeit) und zur Herzfrequenz, entsteht eine sogenannte Laktat-Leistungs-Kurve. Diese Kurve zeigt, wie sich der Stoffwechsel mit steigender Belastung verändert – und bildet die Grundlage der Laktatdiagnostik sowie für die Bestimmung individueller Schwellen und Trainingszonen.
 

Wie entsteht Laktat beim Sport?

Damit Bewegung möglich ist, benötigt der Körper Energie in Form von ATP. Diese Energie kann über verschiedene Stoffwechselwege bereitgestellt werden:

  • Fettstoffwechsel aerob (mit Sauerstoff)
  • Kohlenhydratstoffwechsel aerob (mit Sauerstoff)
  • Kohlenhydratstoffwechsel anaerob (ohne Sauerstoff)

Bei niedrigen Intensitäten wird Energie überwiegend aerob bereitgestellt. Mit steigender Belastung nimmt der Anteil des anaeroben Energiestoffwechsels zu – und damit auch die Laktatproduktion.
 

Von der Laktatkurve zu Schwellen und Trainingszonen

Ist die Laktatkurve erstellt, lassen sich daraus die relevanten Laktatschwellen ableiten.

Die aerobe Schwelle (LT1) beschreibt den Bereich, in dem die Laktatkonzentration im Blut erstmals leicht ansteigt. Unterhalb dieser Schwelle kann der Körper das entstehende Laktat noch nahezu vollständig abbauen.

Die anaerobe Schwelle (LT2) kennzeichnet den Punkt, an dem die Laktatproduktion beginnt, die Laktatabbaukapazität zu übersteigen. Sie markiert den Übergang vom aerob-anaeroben Bereich hin zur überwiegend anaeroben Energiebereitstellung.

Auf Grundlage der aeroben (LT1) und anaeroben Schwelle (LT2) werden anschließend individuelle Trainingszonen festgelegt. Diese ermöglichen eine gezielte Trainingssteuerung – angepasst an Leistungsstand, Trainingsziel und sportliche Belastbarkeit.

In der sportmedizinischen Leistungsdiagnostik wird der Laktattest häufig mit einer Spiroergometrie (Atemgasanalyse) kombiniert. Die Spiroergometrie ermöglicht die Analyse respiratorischer Parameter des kardiopulmonalen Systems, während die Laktatmessung die Beurteilung metabolischer Prozesse unter Belastung erlaubt. Die Kombination beider Verfahren stellt eine sinnvolle und praxisnahe Möglichkeit dar, Trainingsbereiche differenziert zu bestimmen und die Trainingssteuerung individuell zu gestalten.
 

Mythos Übersäuerung

Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass Laktat für die Übersäuerung der Muskulatur und die damit verbundenen Schmerzen verantwortlich sei. Tatsächlich ist Laktat selbst nicht „sauer“.

Die Übersäuerung entsteht durch die Freisetzung von Wasserstoffionen, die einen pH-Abfall im Muskel verursachen. Dieser pH-Abfall ist maßgeblich für Muskelermüdung und das brennende Gefühl bei intensiver Belastung verantwortlich – insbesondere bei der anaeroben Energiegewinnung.

Laktat entsteht dabei lediglich parallel zu diesen Prozessen und wird daher häufig fälschlicherweise als Ursache der Übersäuerung angesehen. In Wirklichkeit erfüllt Laktat eine wichtige Funktion: Es kann vom Körper als Energieträger genutzt werden – etwa in anderen Muskelfasern, im Herzen oder in der Leber – und dort erneut in Energie umgewandelt werden.
 

Fazit: Warum ein Laktattest sinnvoll ist

Laktat ist kein Feind, sondern ein wertvoller Marker für das, was im Körper unter Belastung passiert. Richtig gemessen und interpretiert, liefert ein Laktattest entscheidende Informationen über:

  • den individuellen Stoffwechsel
  • die persönliche Leistungsfähigkeit
  • eine optimale und nachhaltige Trainingssteuerung


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